Pressereferenz
Wirtschafts-Echo Dezember 2010
Das Wirtschafts-Echo schreibt in seiner Dezember-Ausgabe 2010:
Der Weg ist die Lösung
High Fidelity – Lautsprecher-Conradt fertigt in Darmstadt – Basshorn mit vier Meter langem Trichter als Weltneuheit
Hifi-Lautsprecher aus der Heinerstadt – das gibt es erst seit Neuestem. Die Gewerbeanmeldung von Holger Conradt datiert auf den 30. September dieses Jahres. Das Angebot ist maximal übersichtlich: es gibt genau ein Produkt, die Lautsprecher-Standbox APR1, ein Paar zum Preis von 5000 Euro plus Mehrwertsteuer.
Der Entwickler des Systems ist studierter Musiker, Hobbygitarrist und, wenig überraschend, Klangfetischist. Er verspricht nichts weniger als eine Weltneuheit: das »dynamische Exponential-Bass-Horn« .Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Erstens verwendet Engel Hörner zur Wiedergabe, so wie Avantgarde Acoustic aus Lautertal. Exponentiell heißt: die Trichteröffnung vergrößert sich wie ein Blütenkelch, ebenfalls nicht ungewöhnlich. »Mit der dynamischen Bauweise bin ich allerdings nicht an feste Formeln gebunden«, verrät Engel. Esgelingen ihm dadurch vor allem die Bässe viel besser.Denn je länger der Trichter, desto tiefer die tiefstmögliche Frequenz.
Das Geheimnis ist in der 1,50 Meter hohen Standboxverbaut: Alle Frequenzen unter 100 Hertz, die nicht ortbar sind, gelangen auf einem verschlungenen Weg bis zur Öffnung am hinteren Ende. Dieser Weg ist der Trichter und bei APR1 ganze vier Meter lang. »Das ist das Prinzip eines Falthorns«, erklärt der Konstrukteur, »so wie die Röhren bei einer Tuba«.
Der Wirkungsgrad ist acht- bis zehnmal höher als bei konventionellen Lautsprechern. Elektrisch korrigiert (wie im Bassbereich der Avantgarde-Hörner aufgrund des zu kurzen Formates) wird hier nichts. »Gleichzeitig ist die Verzerrung um eine Zehnerpotenz niedriger als bei konventionellen Lautsprechern«, sagt Engel.
Ein weiteres Plus des APR1 ist die schwingungsfreie Konstruktion. Die Seitenwände sind nicht nur Gehäuse, sondern Teil des Trichters. »Akustisch tot« nennt das der Fachmann und weiß, dass dann der Sound besonders lebendig auf die Ohren trifft, ohne dass irgendetwas gedämmt werden müsste.
Die verbauten Komponenten genügen ebenfalls höchsten Ansprüchen. Die Lautsprechertreiber kommen zum Beispiel von der deutschen Firma Monacor. Alle Einzelteile verbauen die Darmstädter dann zu schlichten Standboxen. »Kein Design« ist die Vorgabe, die Kunden wählen lediglich zwischen matter und glänzender Lackierung. Diese Puristik sei ein Grund, warum APR1 preislich weit unter Avantgarde-Komponenten liegt, sagt Engel. »Avantgarde fertigt klingende Designobjekte«, stellt der Tüftler fest – den Anspruch hatte der Lautsprechervertrieb Conradt nie. Und deshalb sieht Engel auch keine Konkurrenz zwischen seinen und den Lautertaler Schallwandlern.
Zumal er – ein Unterschiedmehr – gar nicht das Bedürfnis hatte und hat, sein Können zu kommerzialisieren. »Ich wäre zufrieden gewesen, wenn ich ein Lautsprecherpaar in Exklusivfertigung bekommen hätte«, sagt Engel. Aber im Freundeskreis entstand die Idee,eine unabhängige Manufaktur zu gründen. Die Arbeit erledigt eine Handvoll freie Mitarbeiter wie Wolfgang Engel. Eine Großserie sei bis auf Weiteres nicht geplant, verrät er.
Als Rentner steht er auch unter keinem geschäftlichen Druck. Ebensowenig wie das Unternehmen, »wir machen das alle aus Passion« . Das ist sehr hilfreich, denn in der Hifi-Branche verkauft man nicht so eben mal ein paar Dutzend Boxen. »Die High-Ender sind alle gut bestückt. Wenn die neue Geräte kaufen, sind es richtige Ablöseprozesse«, kennt Engel seine Kundschaft.
Immerhin können sie beruhigt ihre weiteren Anlageteile behalten. »APR1 ist so konzipiert, dass der Anwender seine bisherige Verstärkung nutzen kann«, sagt Engel. Und die muss im Gegensatz zu den Boxen gar nicht sehr hochpreisig sein. »Die Schallwandlung ist das schwächste Glied in der Kette«, weiß der Darmstädter – hier können Audiophile das meiste rausholen.
(jbü)
zitiert aus: Wirtschaftsecho, Ausgabe Dezember 2010, Seite 39